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Sauerländer Besucherbergwerk soll zum modernen Industriemuseum werden

Published: 27. Juni 2022

Ramsbeck/Bestwig. Authentische Bergbau-Geschichte an Original-Schauplätzen erlebbar machen: Mit diesem Angebot ist das Sauerländer Besucherbergwerk in Ramsbeck nicht nur zu einem beliebten Freizeit-Ziel geworden, sondern zu einem der besucherstärksten Museen in ganz Südwestfalen. Um die Einrichtung zu einem modernen Industriemuseum weiterzuentwickeln, soll es nun eine Machbarkeitsstudie geben, mit der die Sanierung des historischen Kauengebäudes und anderer Räume untersucht werden soll - und möglicherweise eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Das hat der Bestwiger Gemeinderat einstimmig beschlossen. Authentizität - also das Bergbau-Erlebnis sehr nah am historischen Original - sei die große Stärke des Museums, unterstrich Museumsleiterin Friederica Ihling in der Ratssitzung. Gemeinsam mit der Darstellung der Montan-Geschichte in der Dauerausstellung und auch dem Bergbau-Wanderweg lohne sich sein Besuch in Ramsbeck, so die Museumsleiterin: „Wir sind ein Besuchermagnet und auch als Kultureinrichtung ein Standortfaktor.“

Um das Sauerländer Besucherbergwerk zu einem „professionellen Industriemuseum“ weiterzuentwickeln, habe man sich schon vor zwei Jahren „auf den Weg gemacht“, berichtete Friederica Ihling. Der Transformationsprozess schließt dabei zum einen die grundlegende Sanierung des denkmalgeschützten übertägigen Gebäudes ein, aber auch die Neuausrichtung des Museumskonzepts und die Neukonzeption der Dauerausstellung nach modernen Standards – ebenso wie eine noch stärkere regionale und überregionale Vernetzung.

Seit 2020 steht das historische Kauengebäude unter Denkmalschutz; auch hier könne man „über Tage“ viel historische Betriebsinfrastruktur des Bergwerks erleben, so Friederica Ihling. Gleichzeitig gelte es, das Gebäude baulich zu überarbeiten. Fenster, Türen, Dachflächen und -entwässerung stehen dabei ebenso im Fokus wie die technische Gebäudeausstattung und der Brandschutz. Um ein möglichst umfassendes Bild der notwendigen baulichen Maßnahmen und der daraus resultierenden Kosten zu erhalten, soll es nun eine Machbarkeitsstudie mit Kostenberechnung geben. Das kostet Geld: Um die erwarteten Gesamtkosten von rund 320.000 Euro zu decken, hat der Gemeinderat beschlossen, entsprechende Mehrausgaben einzuplanen. Auch der Hochsauerlandkreis als zweiter Gesellschafter der Betriebsgesellschaft wird sich an den Kosten beteiligen.

Möglicherweise könnte das Sauerländer Besucherbergwerk zudem einen weiteren starken Partner gewinnen: Den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der sich im Bereich Südwestfalen in der Museumslandschaft stärker engagieren möchte. Konkrete Formen einer möglichen Kooperation sind noch offen, aktuell prüfe der LWL die Machbarkeit und die Kosten einer Beteiligung an der Sauerländer Besucherbergwerk gGmbH, so Friederica Ihling. Sollte diese Prüfung für Ramsbeck positiv ausgehen, könnte dies nicht nur eine finanzielle Unterstützung in der Umsetzung des Transformationsprozesses bedeuten. Sondern auch über die bereits bestehende Beratung durch das LWL-Museumsamt hinaus gäbe es jede Menge museales “Know-how”.

Von Seiten des Bestwiger Gemeinderates gab es einhellige Rückendeckung für diesen Kurs. Es sei klar, dass die Weiterentwicklung zum modernen Industriemuseum schon finanziell ein Kraftakt sei, der “von uns allein nicht gestemmt werden kann”, so SPD-Fraktionschef Paul Theo Sommer. Daher sei es richtig, den Dialog mit dem LWL zu suchen – ein stärkeres Engagement des Verbandes sei zu begrüßen. CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Brockhoff sieht beim Sauerländer Besucherbergwerk “Strahlkraft über die Region hinaus”: “Wenn das so läuft, wie es geplant ist, sind wir auf einem sehr guten Weg.” Professionelle und finanzielle Unterstützung durch den LWL sei wünschenswert. Auch Grünen-Fraktionschef Matthias Scheidt signalisierte “volle Unterstützung” – das Museum sei “ein Leuchtturm”.

In der weiteren Planung der Sanierung des historischen Kauengebäudes des Sauerländer Besucherbergwerks können nach Zustimmung des Gemeinderates nun die notwendigen Fachplaner beauftragt werden, um gemeinsam mit dem Architekten und der Baukommission die notwendigen baulichen Maßnahmen zu planen und zu beziffern.

Nächster Schritt Seitens der LWL-Verwaltung ist nun die Kostenermittlung für die Mitfinanzierung des Besucherbergwerks Ramsbeck durch den LWL mit Eintritt in die bestehende GmbH. Dieser Prozess stehe noch am Anfang - die Prüfung und weitere politische Entscheidungen bleiben abzuwarten, so Friederica Ihling: “Sollte er jedoch zu einem positiven Ergebnis führen, würde dies einen enormen Fortschritt in der Professionalisierung des Industriemuseums Erzbergwerk Ramsbeck und eine Verteilung der finanziellen Lasten auf drei Partner bedeuten.”

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