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Photovoltaik an der A46: Weiterer Interessent will in Bestwig erneuerbare Energie erzeugen

Published: 28. Juni 2022

Bestwig. Für die geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlagen entlang der A46 in der Gemeinde Bestwig gibt es einen weiteren Interessenten: Eine in Gründung befindliche Gesellschaft mit Sitz in Werl möchte in zwei Bereichen südlich und nördlich der Autobahn im Bereich der Rastanlagen „Am Sengenberg“ Energie aus der „Kraft der Sonne“ erzeugen.

Das wurde jetzt in der Sitzung des Bestwiger Gemeinderates bekannt. Gleichzeitig leiteten die Ratsmitglieder die nötigen bauplanungsrechtlichen Schritte ein, um den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Hintergrund: Schon im Frühjahr hatte sich der Fachausschuss einstimmig dafür ausgesprochen, den Bau von so genannten Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Umfeld der A46 zu fördern und unterstützen. Rund 74 Hektar an Flächen sind laut einer Potentialflächenanalyse grundsätzlich dazu geeignet - unter der Voraussetzung, dass für bestimmte Areale die Einzelfallprüfungen positiv ausfallen und jeweils der Flächennutzungsplan geändert wird.

Im Mai wurde ein erstes Verfahren eingeleitet. Ein Flächeneigentümer aus Ostwig möchte auf einem rund 2,8 Hektar großen Areal südlich der A46 - aktuell eine Weihnachtsbaumkultur - eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten. Nun gibt es ein zweites Vorhaben: Ein Unternehmen aus Werl will zwei Potenzialflächen im Umfeld der jeweiligen Rastanlagen für Photovoltaik nutzen - nach derzeitigem Kenntnisstand mit einer geschätzten Größe von ca. 5,28 Hektar; davon ca. 1,98 Hektar nördlich der A46 und ca. 3,30 Hektar südlich der Trasse. Den prognostizierten Jahresertrag geben die Investoren mit ca. 5.225.000 kWh an. Das würde einem Strombedarf von ca. 1.480 Zwei-Personen-Haushalten bzw. einer jährlichen CO2-Einsparung von ca. 2.930 Tonnen entsprechen.

Im Bestwiger Gemeinderat fanden die Planungen ungeteilten Rückhalt. “Die Investoren finden hier offene Türen”, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Paul Theo Sommer. Gleichzeitig empfahl er potenziellen Vorhabenträgern, ernsthaft auch über Modelle zur finanziellen Bürgerbeteiligung nachzudenken. Aktuell gibt es noch keine Überlegungen in diese Richtung. CDU-Fraktionschef Alexander Brockhoff würdigte den hohen Ertrag der geplanten Anlage, der ausreichen würde, einen großen Teil der Privathaushalte im Gemeindegebiet zu versorgen. Unbefriedigend sei dagegen die lange Verfahrensdauer - die allerdings rechtlich unumgänglich sei: “Eigentlich müsste man beim Bund fordern, dass es schneller geht.” Auch Matthias Scheidt, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen, wünscht sich mehr Photovoltaik entlang der A46: “Wir können da was reißen.” Weitere Investoren seien an dieser Stelle herzlich willkommen.

Einig waren sich alle Fraktionen darin, auf lokaler Bestwiger Ebene alles zu tun, um die Verwirklichung solcher Projekte maximal zu erleichtern.

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