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Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher in drei Grundschulen: „Großer Gewinn“

Published: 7. Juni 2022

Die Kinder der zweiten Klasse sind voll des Lobes: „Wir mussten im Winter nicht dauernd die Fenster aufreißen – da war es nicht mehr so kalt.“ Und: „Wir haben nicht mehr so viele Wespen“, freuen sich die Mädchen und Jungen. Auch Lehrerin Ulrike Schaumann betont: „Das ist eine echte Erleichterung.“ Seit Anfang November läuft in der Grundschule Nuttlar in jedem Klassenraum eine Lüftungsanlage – ebenso in der Andreasschule in Velmede. Aktuell werden solche Anlagen in der Wilhelmine-Lübke-Schule in Ramsbeck eingebaut, erklärt Hubertus Kreis vom Bau- und Umweltamt der Gemeinde Bestwig.

 

„Das ist ein ganz großer Gewinn“, zeigt sich Schulleiterin Eva-Maria Schlotmann-Griffin begeistert, „wir sind sehr froh, dass die Gemeinde Bestwig diese Anlage hat einbauen lassen.“ Für Kinder und Lehrkräfte sei erfreulich, dass „wir nicht mehr alle 20 Minuten die Fenster aufreißen müssen“. Viele Lehrerinnen und Lehrer hätten sich einen Timer gestellt, um die Zeiten einzuhalten. Dann hätten die Kinder ihre Jacken, Mützen, Schals angezogen oder sogar eine Decke umgelegt. Nach drei bis fünf Minuten Durchzug hätten sie das alles wieder weggepackt. „Das war nicht nur umständlich, sondern hat den Unterricht auch immer mindestens einmal pro Unterrichtsstunde unterbrochen“, so Eva-Maria Schlotmann-Griffin. Dies habe nicht nur für Unruhe gesorgt und die Konzentration gestört, sondern auch für einen gefühlten Temperaturunterschied gesorgt.

 

Das alles ist nun weg: „Ein sehr großer Vorteil für die Ruhe in der Klasse und das konzentrierte Durcharbeiten“ sei die neue Anlage, so die Schulleiterin. Der große, weiße Kasten unter der Decke mit den beiden Lüftungsrohren zum Fenster für Abluft und Zuluft störe nicht. Und auch das leise Geräusch falle nicht weiter auf. „Auch die Kinder finden es gut, dass wir nicht alle 20 Minuten Durchzug machen müssen“, ist ihre Erfahrung. Die Luft werde ausgetauscht, die Temperatur bleibe dennoch gleich.

 

Das genau ist der Grund, warum sich Hubertus Kreis bei der Gemeinde Bestwig für diese dezentrale Art der Lüftung mit Wärmerückgewinnung entschieden hat: „Damit hat man auch nach der Pandemie einen großen Nutzen“, erläutert er. Die Wärme, die mit der verbrauchten Luft dem Raum entzogen werde, werde über einen Wärmetauscher auf die frische, zugeführte Luft übertragen. Damit bleibe die Temperatur konstant. Zugleich könne man den CO2-Gehalt der Raumluft gleichbleibend niedrig halten – das wiederum wirke sich auch auf die Konzentrationsfähigkeit der Kinder aus. Gesteuert wird die Anlage von einem CO2-Sensor, der die Raumluft ständig kontrolliert. Jeder Klassenraum hat nun dezentral eine eigene Lüftungsanlage. Insgesamt wurden in den drei Schulen 28 Anlagen eingebaut.

 

150.000 Euro kostet die Lüftungsanlage für jede der drei Grundschulen in der Gemeinde Bestwig. Macht 450.000 Euro zusammen. 80 Prozent der Kosten werden vom Bund getragen. Die Zuteilung erfolgte blitzschnell – innerhalb von wenigen Tagen lag der Bewilligungsbescheid im Bestwiger Rathaus auf dem Tisch. Etwa 100.000 Euro muss die Gemeinde Bestwig selbst zahlen.

 

Ein weiterer Vorteil: Da das Gebäude bereits energetisch saniert wurde, über eine Fassade mit 14 Zentimeter dicker Dämmung und dreifach verglaste Fenster verfügt, wird Energie eingespart – und die geht nicht durch ständiges Lüften wieder verloren. Die Bilanz nach einem halben Jahr Lüftungsbetrieb könnte nicht besser ausfallen: „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Eva-Maria Schlotmann-Griffin.

 

 

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