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Interkommunales Gewerbegebiet rückt in den Blickpunkt

Published: 6. April 2022

Bestwig. Gewerbebetriebe schaffen Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaftskraft vor Ort. Allerdings: Wer sich im Bereich Handel, Produktion oder Dienstleistung unternehmerisch engagieren möchte, braucht dafür Flächen. Die Gewerbeflächenentwicklung in der Gemeinde Bestwig war jetzt Thema in einer Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses. Deutlich wurde dabei auch, dass der Sachverhalt komplex ist.

Denn: Neben der baulichen Eignung von neuen Flächen für Gewerbebetriebe gelten verschiedenste rechtliche Voraussetzungen. Eine davon: Der Teilabschnitt Kreis Soest und Hochsauerlandkreis des Regionalplans Arnsberg. Die Bezirksplanungsbehörde hat in einem normierten Verfahren die Gewerbeflächenbedarfe der einzelnen Kommunen ermittelt - auch für die Gemeinde
Bestwig. Ergebnis: Dem rechnerischen Bedarf von 13,7 Hektar stehen Gewerbeflächen-Reserven von 16,9 Hektar gegenüber. „Unterm Strich“ ergibt sich so ein Überhang von 3,2 Hektar.

Diskutiert wurden mit der Fachbehörde auch Flächen, die zum Teil bereits seit Jahren immer mal wieder in der Debatte auftauchen: Das „Borlo“ bei Ostwig ebenso wie der Bereich westlich der früheren Mülldeponie Halbeswig oder eine Erweiterung der Ziegelwiese - und zudem ein Areal bei Nuttlar östlich des Kreisverkehrs A46/B480/B7n. Ernüchterndes Ergebnis: Die  Bezirksplanungsbehörde sieht alle Flächen als nicht geeignet an.

Fazit von Jörg Stralka, Leiter des Bestwiger Bau- und Umweltamtes: Es komme weiterhin auf eine effiziente Nutzung der - in vielen Ortsteilen vorhandenen - Freiflächen im Innenbereich an. Zudem stehe der Gemeinde Bestwig neben dem Gewerbegebiet Wiebusch die per Bebauungsplan baurechtlich abgesicherte Gewerbefläche „Wiemecker Feld“ mit einem Potenzial von rund 12 Hektar in direkter Nachbarschaft zur A46 zur Verfügung - wenn das Areal denn von den Eigentümern bereitgestellt wird.

Vorsichtig positive Signale gibt es auch für ein mögliches interkommunales Gewerbegebiet, das die Gemeinde Bestwig gemeinsam mit den Städten Olsberg und Brilon entwickeln könnte. Ebenso wenig wie Bestwig verfügt Olsberg über geeignete Flächen, die für ein solches interkommunales Projekt in Frage kommen. Im Unterschied zu der Stadt Brilon: Hier gibt es entlang des Nehdener Wegs ein über 100 Hektar großes Areal, das grundsätzlich als Gewerbefläche geeignet wäre. Derzeit findet eine Abstimmung zwischen dem HSK und den beteiligten Kommunen
statt. Die Bezirksregierung Arnsberg hat mitgeteilt, dass eine Prüfung der Umsetzung des gewünschten interkommunalen Gewerbegebiets auf Grundlage einer konkreten Planung möglich sei.

Dies sei grundsätzlich eine “erfreuliche Perspektive”, resümierte SPD-Fraktionschef Paul Theo Sommer - allerdings müsse man “immer konkret schauen, wie es weitergehen kann.” Er regte an, in einer Bereisung die Flächen in Augenschein zu nehmen, die schon jetzt in den Ortsteilen als mögliche Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Für die CDU-Fraktion mahnte Vorsitzender Alexander Brockhoff, den Fokus auf realistische Vorhaben zu legen. Größere Gewerbegebiete im Umfeld der A 46 nach dem Vorbild Enstes seien in der Gemeinde Bestwig nicht machbar.
Deswegen solle man die Arbeit an einem möglichen interkommunalen Gewerbegebiet in den Mittelpunkt rücken: “Hoffentlich bleiben die positiven Signale auch positiv.”

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