Mehr Begegnung, mehr Gemeinschaft - und mehr Aktivitäten vor Ort: In Nuttlar kann in diesem Jahr ein Groß-Projekt aus dem Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) „Zukunft gestalten“ an den Start gehen. Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hat in seinem Dorferneuerungsprogramm für das Jahr 2020 mitgeteilt, dass für die barrierefreie Umgestaltung von Räumen der “Alten Schule" als Treffpunkt und Begegnungsmöglichkeit Fördergelder fließen können - in Höhe von bis zu insgesamt 250.000 Euro.

„Damit entsteht eine barrierefreie Begegnungsstätte, die für den Ort wichtige Impulse mit sich bringt“, freut sich Bürgermeister Ralf Péus. Die Förder-Zusage sei ganz offensichtlich auch ein Beleg für die Qualität des IKEK, das die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit Bürgerschaft und Akteuren vor Ort erarbeitet hat: „Unser IKEK-Prozess trägt Früchte - das ist eine echte Chance für unsere Orte.“

Konkret wird wird das - weitgehend leerstehende - zweite Obergeschoss der „Alten Schule“ am Sengenberg durch verschiedenste Maßnahmen so umgebaut, dass der Bereich für Öffentlichkeit und Vereine nutzbar wird. Um einen barrierefreien Zugang zu schaffen, entsteht deshalb eine Rampe von der Straße „Zum Kreuzberg“ an der Böschung entlang bis zum Hintereingang des 2. Obergeschosses. Gleichzeitig kann die Rampe im Notfall auch als Fluchtweg genutzt werden - „so schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, erläutert Ortsvorsteher Markus Sommer. In dem Geschoss selber werden zwei Unterrichtsräume durch einen etwa 4,5 x 2,5 Meter großen Durchbruch verbunden. Eine mobile Trennwand ermöglicht eine flexible Nutzung - getrennt und gemeinsam. Insgesamt entsteht so eine Fläche von 120 Quadratmetern.

Auch alte Fenster, die noch aus der Entstehungszeit des Gebäudes stammen, werden ausgetauscht. Die Planungen sehen ebenfalls eine Kernsanierung der Toiletten vor - auch sanitäre Anlagen für Menschen mit Behinderung entstehen dabei. Die Dorfgemeinschaft bringt sich mit Eigenleistung in das Projekt ein, indem sie Abbrucharbeiten übernimmt. Erneuert werden zudem die Elektroinstallationen sowie die Brandmeldeanlage. Um den Brandschutz zu gewährleisten, muss der Flur vom Treppenhaus räumlich getrennt werden. Dies geschieht durch eine verglaste Brandschutzwand, um auf diese Weise die natürliche Beleuchtung ebenso zu erhalten wie den historischen Charakter des Gebäudes mit seinem wuchtigen Treppenhaus.

Ortsvorsteher Markus Sommer sieht die Chance, dass der ganze Ort vom dem Projekt profitieren kann. Für die Vereine entstehe ein Ort, der für Treffen, Projekte, Seminare oder Veranstaltungen genutzt werden kann. Gleichzeitig stehe die dann „neue Alte Schule“ aber nicht nur den Vereinen offen: „Das Gebäude soll der gesamten Öffentlichkeit dienen.“

Nun wartet die Gemeinde Bestwig auf den endgültigen Förderbescheid, der in nächster Zeit aus dem Ministerium im Bürger- und Rathaus eintrudeln wird. Trotz der der Förderzusage verbleibe ein erklecklicher Eigenanteil bei der Gemeinde Bestwig, ergänzt Bürgermeister Ralf Péus. Dieses Geld sei aber bestens angelegt: „Denn durch solche Projekte werden unsere Orte insgesamt gestärkt.“