„TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel“ ist der Name eines von der Kulturstiftung des Bundes entwickelten Programms, das Antworten auf die Frage geben soll, wie sich das Kulturangebot und Kultureinrichtungen in ländlichen Räumen weiterentwickeln können. Die Kulturregion Sauerland bewirbt sich um diese Förderung. Innerhalb des regionalen  Konzepts soll das Sauerländer Besucherbergwerk Ramsbeck eine zentrale Rolle einnehmen. Darüber informierte jetzt Museumsleiterin Friederica Ihling die Mitglieder des Bestwiger Gemeinderates.

Schon 2016 war TRAFO erstmals mit fünf Regionen gestartet. In einer “Neuauflage” nehmen nun 18 weitere Regionen an dem Programm teil. Auf Vorschlag des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft wurde die Kulturregion Sauerland zur Teilnahme an der einjährigen Entwicklungsphase im TRAFO 2-Prozess ausgesucht. Für die Umsetzungsphase werden dann aus diesen 18 Bewerbern fünf Regionen ausgewählt.

In dem Programm werde Transformation dabei deutlich weiter ausgelegt als eine reine Modernisierung, erläuterte Friederica Ihling: “Es ist grundsätzliche Umwandlung.” Für das Sauerländer Besucherbergwerk könne das bundesweite Programm dabei zu einer echten Chance werden: “Wir haben Transformationsbedarf. Das Museum ist in die Jahre gekommen.” Nach mehr als vier Jahrzehnten “müsse man etwas tun”, so die Museumsleiterin. Insbesondere die Dauerausstellung könne dabei “transformiert” werden. Ziel müsse es sein, entwarf Friederica Ihling, eine “stringente Erzählung” zu entwickeln und der Kultureinrichtung eine neue Rolle in der Region zu geben.

Träger des Projektes in der Kulturregion Sauerland ist der Hochsauerlandkreis, der neben dem Eigenanteil, der ebenfalls zum Projekt beigesteuert werden muss, sich auch intensiv in die Konzeptentwicklung eingebracht hat. Das Sauerländer Besucherbergwerk wurde während der nun abgeschlossenen Entwicklungsphase der Projektbewerbung von den beteiligten Akteuren der Kulturregion ausgewählt. Sollte das Projekt in die Umsetzungsphase gelangen, unterstreicht Friederica Ihling, solle dies Auswirkungen für die gesamte Museumsarbeit in der Region haben. Denn ein Punkt des Konzeptes ist es, im Sauerländer Besucherbergwerk eine Servicestelle „Historisches Erbe“ für die Heimatstuben im regionalen Netzwerk der Museumslandschaft Hochsauerlandkreis einzurichten. Friederica Ihling: “Damit könnten wir insbesondere die zahlreichen kleinen Museen und Heimatstuben unterstützen, die mit großem Engagement ehrenamtlich betrieben werden.”

Eines der Ziele bei einer Projektteilnahme soll es sein, ein Museumskonzept zur Neufassung der Rolle des Sauerländer Besucherbergwerks Ramsbeck in der Kulturregion zu erstellen. Geplant ist dafür ein Labor als Entwicklungswerkstatt einzurichten, in dem während der Umsetzungsphase weitere Ideen, Konzepte und künstlerische Interventionen erarbeitet und umgesetzt werden.

Nach der Beratung im Kulturausschuss des Kreistages und der einstimmigen Zustimmung des Kreistages hat sich auch der Gemeinderat für das vorgestellte Konzept ausgesprochen. Bis Ende Juli wird die Projektbewerbung bei der Kulturstiftung des Bundes in Berlin eingereicht. Vor einer Entscheidung, die im Spätherbst ansteht, wird eine Jury im September das Sauerländer Besucherbergwerk besuchen. Bei einem Erfolg der Bewerbung könnte in den Jahren 2020 bis 2023 die Umsetzungsphase folgen. Die entsprechenden Maßnahmen werden dann mit 80 Prozent der veranschlagten Kosten gefördert - bis zu einer Gesamtsumme von 1,25 Millionen Euro. Bürgermeister Ralf Péus: “Das kann einen erheblichen Mehrwert für die gesamte Kulturregion Sauerland bedeuten.”