Ramsbeck. Wenn Gewässer ihren natürlichen Zustand zurückerhalten, profitieren Mensch und Umwelt gleichermaßen. Entlang von Ruhr und Elpe sind in der Gemeinde Bestwig durch Renaturierungsprojekte kleine Paradiese entstanden. Nun ist die Valme in Ramsbeck an der Reihe.

In der Ramsbecker Ortslage wird die Gemeinde Bestwig in den kommenden Monaten die Valme im Abschnitt von Werdern bis zur Ziegelwiese wieder in einen naturnahen Zustand versetzen - erste Vorarbeiten zu diesem Projekt beginnen noch im Februar. Das Ziel: „Durch die Maßnahmen sollen zukünftig die Gewässerstruktur, die Durchgängigkeit für Fische und andere Wasserlebewesen sowie der Hochwasserschutz verbessert werden”, erläutert Dipl.-Ing. Axel Sobirey vom Ingenieurbüro WAGU Kassel, das die Projektplanungen übernommen hat. So werden in dem Flußabschnitt insgesamt 24 größere und kleinere Querbauwerke - zum Beispiel Wehre und Staustufen - zurückgebaut

„Wir wollen die Valme so anlegen, wie es einem naturbelassenen Mittelgebirgs-Auenfluss entspricht“, erläutert Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig. Sowohl für Tier- wie auch Pflanzenwelt wird sich so eine ganze Fülle von verschiedensten Lebensräumen ergeben. Gleichzeitig wird auch die Attraktivität der Valme für die Bürgerinnen und Bürger verbessert. So entsteht im Bereich des neu gestalteten Ramsbecker Dorfplatzes ein Zugang zum Gewässer. “Dieser zusätzliche Freiraum ermöglicht es, die Valme in diesem Bereich wieder bewusst zu erleben”, unterstreicht Friedhelm Koch.

Mit dem Projekt erfüllt die Gemeinde Bestwig zudem einen gesetzlichen Auftrag: Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet die öffentliche Hand dazu, die Flüsse in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Insgesamt soll das Projekt rund 1,03 Millionen kosten; über 90 Prozent dieser Summe - rund 927.000 Euro - hat die Gemeinde Bestwig bereits einen Förderbescheid durch die Bezirksregierung
Arnsberg erhalten. Der zehnprozentige Eigenanteil der Gemeinde kann mit den so genannten „Ökopunkten“ verrechnet werden - dieses „Umwelt-Guthaben“ wird zum Beispiel dann notwendig, wenn kommunale Bau-Projekte umgesetzt werden sollen. Friedhelm Koch: „Solche Projekte werden auf diese Weise für uns kostenneutral - und sie bringen einen riesigen Nutzen für Mensch und Umwelt.“

Quasi als Vorarbeiten sollen noch im Februar Rodungsarbeiten entlang der Valme erfolgen - unter Einhaltung der Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes. Die eigentlichen Arbeiten folgen dann ab dem späten Frühjahr, wenn die Laich- und Schlupfzeit der Fische, die in der Valme leben, beendet ist.

Bürgermeister Ralf Péus freut sich über einen weiteren Baustein der Gewässerrenaturierung in der Gemeinde Bestwig. Die Erfahrungen mit solchen Projekten seien durch die Bank positiv und auch die Akzeptanz in der Bürgerschaft sei hoch: „Es ist ein Beitrag zur Lebensqualität vor Ort