Ramsbeck. Der erste Workshop ist konzipiert, die Premiere schon erfolgreich absolviert: Das Sauerländer Besucherbergwerk setzt Schritt für Schritt darauf, Inhalte auf neue Art zu vermitteln. Gerade für Kinder und Jugendliche sollen interaktive Angebote entworfen werden, die den Bergbau in der Region nachvollziehbar machen. Personell wurde dieses Feld aufgestockt: Manuel Dech hat nun eine halbe Stelle für Bildung und Vermittlung. Er ist seit Juni 2016 als Grubenführer in Ramsbeck tätig. Der 31-Jährige hat ein Studium als historisch orientierter Kulturwissenschaftler absolviert.

Das Ziel: „Wir wollen eine Arbeitswelt, die den Besuchern ziemlich fremd ist, erlebbar machen“, betont Manuel Dech. Bei der Neukonzeption der Dauerausstellung steht die Vermittlung von Inhalten ganz oben auf dem Aufgabenzettel: „Wir wollen kein Spielplatz sein, auch der junge Gast soll etwas von seinem Rundgang haben und die Geschichte des Bergbaus nachvollziehen können“, erläutert Museumsleiterin Friederica Ihling, „dabei soll es im Museum unterhaltsam und spannend sein – ein Abenteuer.“ Dabei sei Interaktion wichtig: „Man kann selbst etwas machen. Es wird nicht nur frontal etwas erklärt.“

In Arbeit ist laut Friederica Ihling ein neues Museumsquiz für Familien und Kindergruppen. Auch eine Führung unter Tage in niederländischer Sprache soll erstellt werden. Ebenso geplant sind neue Angebote für ältere Jugendliche: „Ramsbeck ist ein Paradebeispiel für die Industrialisierung und zugleich eine Top-Informationsquelle“, sind sich Manuel Dech und die Museumsleiterin einig. „Man kann hier verschiedene Themen mit lokalen Beispielen abdecken“, so Friederica Ihling. Umweltschutz, Technikentwicklung, soziale Fragen – all das kann man in Workshops beleuchten. „Wir sind ein außerschulischer Lernort und wollen den Kontakt zu den Schulen ausbauen“, erläutert sie. Wichtig sei, „Programme so zu gestalten, dass sie für die Schulen nutzbar sind.“

Genau das bietet der erste Workshop, der für Kindergeburtstage und Schulklassen der Altersgruppe 7 bis 13 Jahre konzipiert ist: „Erzschleppen bis der Rücken krachte“ lautet das Thema. Wie hart die Arbeit im Bergbau war, können die Jungen und Mädchen in dem Angebot zur frühen Bergbautechnik hautnah erfahren. Manuel Dech: „Die Kinder sollen begreifen, dass das ein Knochenjob war, richtig schwere Arbeit.“
Der Trick dabei: „Wir vermitteln ihnen Wissen, ohne dass sie es merken.“

Nach einer kurzen Führung legen die Teilnehmer im Museum über Tage selbst Hand an: Sie bauen ein Modell einer historischen Erztrage aus Sperrholz. Dann geht es mit der Grubenbahn unter Tage. Dort werden gemeinsam mit einem Grubenführer die Unterwelt des Sauerlandes und die modernen Maschinen des Bergbaus, die seit den 1950er Jahren zum Einsatz kamen, erkundet. Natürlich bekommt jedes Kind neben
der selbst gebauten Erztrage auch ein echtes Stück Ramsbecker Erz mit nach Hause. Die Resonanz war bisher positiv: „Die Kinder waren begeistert“, freut sich Manuel Dech.

Der Workshop dauert etwa zweieinhalb Stunden. Die Kosten betragen 10 Euro pro Kind, inklusive Eintritt. Fünf bis maximal 25 Kinder können in einer Gruppe mitmachen. Anmeldungen und weitere Informationen: Tel.: 02905/250; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Homepage: www.sauerlaenderbesucherbergwerk.de.
Für Lehrkräfte steht zur Vorbereitung eine kurze Einführung zu Verfügung.