Nuttlar/Ostwig. Durch eine geschwungene Landschaft mit viel Grün geht es vorbei an - im wahrsten Sinn des Wortes - „steinalten“ Schiefermauern und der früheren Grube Ostwig, als Relikt der Bergbau-Vergangenheit besser bekannt als „Schieferbau Nuttlar“. „Bergbau - Natur - Erlebnis“ - dieser Slogan steht für die Gemeinde Bestwig: Auf dem neuen Radweg zwischen Bigge sowie Nuttlar und Ostwig kann man jede Menge davon spüren.

Seit kurzem sind die baulichen Arbeiten an der neuen, gut 1,4 Kilometer langen Wegeverbindung abgeschlossen - „komplett im Zeitplan“, wie sich Dipl.-Ing. Armin Specka vom Bau- und Umweltamt der Gemeinde Bestwig freut. Nach Markierungsarbeiten und Beschilderung soll der Radweg in wenigen Wochen freigegeben werden. Schon jetzt gebe es zahlreiche Rückmeldungen von Fußgängern und Radfahrern, die den Weg schon einmal „unter die Lupe“ genommen haben, weiß Bürgermeister Ralf Péus: „Wir bekommen sehr positive Reaktionen.“ Ziel ist es, nach der Freigabe auch den RuhrtalRadweg auf diese neue Trasse zu verlegen. Allerdings: Eine endgültige Entscheidung darüber kann nicht die Gemeinde Bestwig treffen, sondern der Betreiber des RuhrtalRadwegs - der Arbeitskreis RuhrtalRadweg in Oberhausen.

Hintergrund: Bislang führt der RuhrtalRadweg in Nuttlar direkt an der ehemaligen B7 entlang - „ein Teilstück, das von Nutzerinnen und Nutzern als wenig attraktiv wahrgenommen wird“, so Ralf Péus. Ganz anders die neue Verbindung, die vom Bigger Weg nach rechts am Besucherbergwerk Schieferbau Nuttlar und den Halden Ostwig vorbei nach Ostwig verläuft. Bürgermeister Péus: „Hier ist viel von dem zu sehen, was unsere Gemeinde Bestwig ausmacht.“ Gleichzeitig unterstreicht er, dass sich der neue Radweg eben nicht nur an Touristen richtet: „Auch heimische Radfahrer profitieren von dieser neuen Verbindung zwischen der Gemeinde Bestwig und Olsberg.“

Der Radweg ist asphaltiert und hat eine Breite von drei Metern, an die sich jeweils eine Bankette von 50 Zentimetern anschließt. In Bereichen mit Böschungen sichert ein Geländer die Nutzerinnen und Nutzer des Weges ab. Armin Specka würdigt besonders die gute Zusammenarbeit mit der Firma Feldhaus, welche die baulichen Arbeiten ausgeführt hat: „Das hat hervorragend geklappt.“ Zu einer zusätzlichen Herausforderung wurde während der Bauausführung ein 10-kV-Erdkabel, welches das Team in der vorgesehenen Trasse „überraschte“. Das Kabel musste schließlich neu verlegt werden - Armin Specka: „Auch das wurde gut gemeistert.“ Besondere Aufmerksamkeit galt ebenso den historischen Natursteinmauern, die sich direkt am Wegesrand befinden: „Die Arbeiten mussten so abgestimmt werden, dass die Standfestigkeit der Mauern nicht beeinträchtigt worden ist.“

Bis zu 745.000 Euro hatte die Gemeinde Bestwig für das baulich aufwändige Projekt eingeplant. Schon vor der endgültigen Abrechnung ist klar, dass dieser Ansatz wohl deutlich unterschritten werden kann. Rund 70 Prozent der Kosten können zudem aus Fördermitteln getragen werden. Gut angelegtes Geld, unterstreicht Bürgermeister Ralf Péus. Zum einen seien Investitionen in den Tourismus immer auch Wirtschaftsförderung, „und zum anderen schaffen wir einen Radweg, der dazu animiert, künftig bei Fahrten in den Raum Olsberg das Auto auch mal stehenzulassen.“