Bestwig. Die Klassenräume an den drei Grundschulen in der Gemeinde Bestwig sollen mit so genannten „raumlufttechnischen Anlagen“ ausgestattet werden, die - unter anderem - eine mögliche Virenbelastung in der Raumluft reduzieren können. Voraussetzung: Für das Projekt müssten Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fließen. Bei einer Enthaltung hat sich der Gemeinderat jetzt einstimmig dafür ausgesprochen, kurzfristig einen entsprechenden Förderantrag zu stellen.

Hintergrund: Neben regelmäßigem Lüften können die so genannten stationären - also fest montierten - RLT-Anlagen einen Beitrag dazu leisten, die Konzentration von virusbelasteten Areosolen in einem Raum erheblich zu vermindern. Bürgermeister Ralf Péus informierte die Ratsmitglieder darüber, dass das Bundeswirtschaftsministerium Anfang Juni ein Programm aufgelegt hat, mit dem der Einbau von stationären RLT-Anlagen in Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahre gefördert wird. Gerade in dieser Altersgruppe hätten die Kinder noch keinen Impfschutz vor dem Corona-Virus, so Ralf Péus - das Förderprogramm sei „eine einmalige Chance, die Ausstattung von Klassenräumen anzugehen.“ Für die gemeindlichen Grundschulen ergebe sich so "sicherlich eine deutliche Qualitätsverbesserung.“

Mit den RLT-Anlagen, die zusätzlich eine Wärmerückgewinnung bieten, sollen dann 12 Klassenräume an der Velmeder Andreas-Schule sowie jeweils acht Klassenräume an der Wilhelmine-Lübke-Grundschule Ramsbeck und der Grundschule am Sengenberg in Nuttlar ausgestattet werden. Da pro RLT-Anlage samt Einbau mit Kosten von rund 20.000 Euro kalkuliert werden muss, würden so für alle drei Schulen Gesamtkosten von rund 560.000 Euro entstehen. 80 Prozent davon würden - einen erfolgreichen Förderantrag vorausgesetzt - durch das Förderprogramm abgedeckt. Umgekehrt müsste die Gemeinde Bestwig einen Eigenanteil von rund 112.000 Euro tragen.

„Gerade für Kinder, die noch nicht geimpft sind, stehen wir in der Verantwortung“, argumentierte CDU-Fraktionschef Alexander Brockhoff. Neben der Digitalisierung gebe es hier eine weitere Chance, die heimischen Grundschulen auf Dauer weiter aufzuwerten. Auch Paul Theo Sommer, Fraktionsvorsitzender der SPD, begrüßte das Vorhaben: „Teuer, aber erforderlich.“ Man müsse alles dafür tun, an den heimischen Schulen wieder einen sicheren Präsenz-Unterricht zu ermöglichen. Seine Kritik: „Dieses Förderprogramm hätte man sich früher gewünscht.“ Ulrike Mikitta (CDU) unterstrich, dass durch die RLT-Anlagen nicht nur Corona-Viren, sondern auch andere Virenarten wie etwa Noro-Viren unschädlich gemacht werden.

Bei einer Enthaltung von Bündnis 90 / Die Grünen sprachen sich die Ratsmitglieder einstimmig dafür aus, einen Förderantrag beim Bundeswirtschaftsministerium zu stellen. Denn klar ist auch: Umgesetzt werden kann das Projekt an den heimischen Grundschulen nur, wenn Fördermittel fließen.