Ramsbeck. Das Jahr 2020 startete sehr vielversprechend für das Sauerländer Besucherbergwerk - doch die Corona-Pandemie machte dem Team einen Strich durch die Rechnung: 2020 kamen nur 23.823 Besucherinnen und Besucher ins Sauerländer Besucherbergwerk in Ramsbeck. Das sind nur 44,4 Prozent der Vorjahresbesuche. 2019 konnten 53.663 Besucherinnen und Besucher verzeichnet werden. „Das war für uns alle ein außergewöhnliches und forderndes Jahr“, betont Museumsleiterin Friederica Ihling und dankt dem gesamten Team für den Einsatz, die Geduld und Zuversicht.

Am Sonntag vor Rosenmontag konnten noch rekordverdächtige 854 Gäste begrüßt werden. Viele Kurzurlauber verbrachten die Karnevalstage im Sauerland. Mitte März musste das Sauerländer Besucherbergwerk dann wegen der Covid-19-Pandemie vorerst schließen. Ab 13. Mai ging es mit Hygienekonzept und neuen Regeln weiter: Die Zahl der Gäste musste reduziert werden, um genügend Raum für die notwendigen Abstände zu schaffen. Pro Einfahrt durften statt 65 nur noch 15 bis 20 Personen in der Grubenbahn mitfahren. Die Einfahrten fanden zu festgelegten Zeiten nach Voranmeldung statt, um den Zutritt zu steuern und die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Die Nachfrage war erfreulich hoch: In den Ferienzeiten waren die Einfahrten oft viele Tage im Voraus ausgebucht.

Seit dem 2. November ist ein Gästebetrieb erneut behördlich untersagt. Seit März 2020 wurden zudem alle Gruben-Light-Dinner abgesagt. Der Markt für Schulklassen und andere Gruppen ist stark eingebrochen. Nicht nur geringere Einnahmen bei Eintrittsgeld und Shopverkauf machten sich bemerkbar. Hinzu kommen unter anderem Mehrausgaben für Materialien zur Umsetzung der Hygienevorgaben wie Desinfektionsmittel, Spuckschutz an der Kasse und in den Büros, Mund-Nasen-Schutz.

Hinter den Kulissen wurde über und unter Tage trotz Schließung weitergearbeitet: Der schrittweise Austausch des Gleises im Eickhoffstollen ist nun vorerst abgeschlossen. Zu den jährlich notwendigen Wartungsarbeiten gehören jedoch auch in Zukunft das Nivellieren und Stopfen des Gleisbetts. Diese ursprünglich für Januar 2021 geplanten Arbeiten konnten im Lockdown auf November 2020 vorgezogen werden. Am Bahnhof über Tage ist der Untergrund stellenweise etwas abgesackt, eine provisorische Reparatur im Bereich der Weiche vor dem Lokschuppen erfolgte im Frühjahr 2020. Die umfangreiche Sanierung ist für 2022 geplant. Waggons wurden überholt, der Bestand von Verschleißteilen ergänzt.

Unter anderem für die Wartung der Grubenbahn steht im Lokschuppen ein Deckenkran zu Verfügung. Der Kran von 1955 war defekt, eine Reparatur lohnte sich nicht mehr. Im Winter 2020 wurde er ausgetauscht. 2021 soll noch eine Greifeinheit zur sicheren Anhebung der Waggons beschafft werden. Die Schließungsphasen konnten für eine Vielzahl an Arbeiten sinnvoll genutzt werden.

Workshops und Sonderveranstaltungen waren 2020 nur extrem eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich. Im ersten Lockdown wurden einige weitere Workshopformate vorbereitet, deren Umsetzung jedoch bisher nicht machbar war. Die hohe Nachfrage nach Ferienworkshops für Kinder und die positiven Rückmeldungen ermuntern dazu, diese 2021 fortzuführen. Neben den Ferienworkshop wurden eine besondere Fotoführung und eine Führung mit geologischem Schwerpunkt In den Herbstferien führte die Jugendkunstschule kunsthaus alte Mühle e.V. aus Schmallenberg einen Kreativ-Workshop für Kinder mit dem Kunstmobil (Kumo) zum Thema Fotografie durch - Aktionstage wie diese möchte das Besucherbergwerk auch 2021 wieder anbieten.

Komplett umgestaltet wurde die Homepage des Sauerländer Besucherbergwerks. Unter www.sauerlaender-besucherbergwerk.de finden sich alle Informationen rund ums Museum und den Besuch dort. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freut sich Museumsleiterin Friederica Ihling.