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Gemeinderat beschließt: Kunstrasen für den Bestwiger Valmesportplatz

Published: 18. Februar 2022

Bestwig. Nach „rot“ soll es für die Sport-Freunde in der Gemeinde Bestwig nun „grün“ werden: Der gemeindliche Tennen-Sportplatz am Bähnchen wird einen Kunstrasenbelag erhalten. Das hat jetzt der Bestwiger Gemeinderat mit breiter Mehrheit aus CDU- und SPD-Fraktion beschlossen. Möglichst zeitnah wird das Projekt nun ausgeschrieben.

Sollte das Wetter ebenso mitspielen wie die Kapazität der bauausführenden Firma, könnten die entsprechenden Arbeiten - bei optimalem Verlauf - bis etwa Jahresende abgeschlossen sein, schätzt man im Bestwiger Bürger- und Rathaus. Hintergrund des Projektes: Der bisherige Aschenplatz ist dringend sanierungsbedürftig. Die Tennendeckschicht sei verschlissen, erläuterte Dipl.-Ing. Hubertus Kreis vom Bau- und Umweltamt. Dies führe bei Regen zu einer Verschlammung der Oberfläche und bei Trockenheit zu einer Verhärtung: „Im Extremzustand kann die Oberfläche hart wie Beton werden.“ Um die Belagsqualität langfristig zu verbessern, soll ein Kunststoffrasensystem aufgetragen werden.

Bereits in der Fortschreibung des gemeindlichen Sportstättenkonzepts im Jahr 2021 hatte der Gemeinderat festgestellt, dass der Sportplatz an der Valme langfristig zur Abdeckung des Grundbedarfs benötigt werde - und deshalb ein finanzielles Engagement notwendig sei. Sowohl 2020 wie auch 2021 hatte sich die Gemeinde Bestwig um Fördermittel zur Umwandlung in einen Kunstrasen bemüht. Allerdings: Weil die Förderprogramme mehrfach überzeichnet waren, gab es keinen Zuschlag. In der aktuellen Haushaltsdebatte im Dezember hatten CDU und SPD deutlich gemacht, dass sie sich einen Kunstrasen auch ohne Fördermittel vorstellen können. Entsprechende Mittel in Höhe von 650.000 Euro wurden in den Haushalt eingestellt. Bürgermeister Ralf Péus: „Es herrscht Einigkeit, dass Handlungsbedarf besteht“ - der Tennenplatz sei in diesem Zustand nicht mehr ohne Einschränkungen bespielbar.

Dass Tennenplätze den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen, unterstrich SPD-Fraktionschef Paul Theo Sommer. Bereits in den Haushaltsberatungen habe die SPD Zustimmung zu einer Umwandlung signalisiert: „Dabei bleibt es.“ Gerade für die Bestwiger Kinder- und Jugendmannschaften, aber auch für den Schulsport werde ein zeitgemäßer Sportplatz benötigt: „Durch diesen Platz wird die Sportlandschaft in Bestwig insgesamt aufgewertet.“ Keinesfalls handele es sich um einen Sportplatz für nur einen Verein. Gleichzeitig stellte Paul Theo Sommer klar, dass man sich ebenfalls ein finanzielles Engagement für den vereinseigenen Ostwiger Kunstrasenplatz vorstellen könne, sollten dort Renovierungsmaßnahmen anstehen.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Brockhoff befürwortete einen Neubau. Zum einen sei Kunstrasen heutzutage Standard, „und zum anderen nehmen wir unser Sportstättenkonzept ernst.“ Es gelte, die drei Sportplätze in Bestwig, Ostwig und Heringhausen zu erhalten und zu entwickeln. Und auch der - momentan nicht mehr genutzte - Sportplatz in Ramsbeck sei noch nicht ganz abgeschrieben. Hier könne man sich auf dem Gelände zum Beispiel ein Mehrzweckspielfeld vorstellen, so Alexander Brockhoff.

Nicht mittragen wollte die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen das Projekt. Dies sei aber keine Absage an die Vereinsförderung, so Fraktionsvorsitzender Matthias Scheidt. Ihm fehle, dass man weder Alternativen noch Folgekosten in den Blick nehme: „Die Informationen sind für uns nicht ausreichend.“

Die Oberfläche des Kunststoffrasensystems soll aus schwerem Quarzsand bestehen. Dies sei im Vergleich zu Gummigranulat nicht nur nachhaltiger, erläuterte Hubertus Kreis, sondern biete auch Widerstand gegen eine Oberflächenerosion. Zwar liege der Sportplatz im Überschwemmungsgebiet der Valme, so Dipl.-Ing. Kreis. Allerdings böten im Ernstfall die tiefer gelegenen Laufbahnen eine Retentionsfläche für das Wasser; und auch bei einem starken Hochwasser würden dann nur etwa 20 bis 30 Prozent der Platzfläche überspült: „Das Risiko ist überschaubar.“

Der Bereich neben Spielfeld und Umgang soll mit Ökopflaster ausgestattet werden, um eine bessere Wasserversickerung zu ermöglichen. Hinter den Toren wird auf einer Länge von jeweils 40 Metern ein sechs Meter hoher Ballfangzaun errichtet, Und auch an einem Austausch der Flutlichtanlage gegen ein modernes – und energieeffizientes – Flutlichtsystem arbeitet die Gemeinde Bestwig. Hier prüfe man die Teilnahme an einem Förderprogramm des Landes NRW, so Jörg Stralka, Leiter des Bau- und Umweltamtes. Behandelt werden soll das Thema in der nächsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses.

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