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Gemeindefinanzen: Positive Tendenzen - aber „schwierige Jahre“ zu erwarten

Published: 12. September 2022

Bestwig. Die Gemeinde Bestwig hat das Haushaltsjahr 2021 deutlich besser abgeschlossen als erwartet. Einstimmig hat der Gemeinderat jetzt den Jahresabschluss 2021 festgestellt, der in der Gesamtergebnisrechnung einen Überschuss von gut 825.000 Euro ausweist. Im Planansatz erwartet worden war eigentlich ein Defizit von knapp 1,3 Millionen Euro.

Damit ergibt sich „unterm Strich“ eine Ergebnisverbesserung von rund 2,1 Millionen Euro. Die Hauptursachen: Nach wie vor sprudelt die Gewerbesteuer kräftig. Statt erwarteten 4,5 Millionen Euro betrugen die tatsächlichen Erträge 5,8 Millionen Euro. Auch beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer gab es 373.000 Euro mehr als geplant. Ebenso wurden - nach den gesetzlichen Vorgaben - rund 980.000 Euro an Belastungen aus der Corona-Pandemie im Haushalt 2021 „isoliert“. Das bedeutet, dass die entsprechenden Summen aus dem Zahlenwerk quasi „ausgebucht“ werden. Allerdings: In den kommenden Jahren müssen diese Summen dann auch wieder aktiviert werden.

Einstimmig hat der Gemeinderat zudem beschlossen, den Jahresüberschuss von 825.000 Euro der allgemeinen Rücklage zuzuführen - sozusagen dem „Sparstrumpf“ der Gemeinde Bestwig. Damit, so die einhellige Auffassung der Ratsmitglieder, wappne man sich auch dafür, künftig die aktuellen Belastungen aus der Corona-Pandemie finanziell zu bewältigen.

Auch im laufenden Haushaltsjahr zeigen sich positive Tendenzen, wie Kämmerer Roland Burmann in seinem Finanzzwischenbericht ausführte. Bei der Gewerbesteuer zeichnen sich Mehrerträge von 500.000 Euro ab; durch eine Auflösung von Rückstellungen für die Gewerbesteuer kommen weitere 320.000 Euro hinzu. Statt eines Defizits von rund 303.000 Euro in der Gesamtergebnisrechnung steuere man auf einen Überschuss von rund 565.000 Euro zu - insgesamt eine Verbesserung von rund 868.000 Euro.

Allerdings: Diese Zahlen seien nur eine Momentaufnahme, so stv. Bürgermeister Markus Sommer: „Bis zum Jahresende kann sich das noch erheblich verändern.“ Trotzdem nahmen die Ratsmitglieder die aktuellen Entwicklungen wohlwollend zur Kenntnis: Unisono betonten die Fraktionsvorsitzenden Alexander Brockhoff (CDU) und Paul Theo Sommer (SPD), dass die vorsichtige Kalkulation bei den Haushaltsansätzen der richtige Weg sei. Matthias Scheidt, Fraktionschef von Bündnis 90 / Die Grünen, wies darauf hin, dass die Entwicklungen bei der Gewerbesteuer zwar erfreulich, aber keine Steigerung gegenüber den Vorjahren seien. Und für die künftigen Jahre „haben wir keine Glaskugel.“

Auf die Glaskugel will sich auch Kämmerer Roland Burmann nicht verlassen. Mit Blick auf die Folgen von Pandemie und die nach wie vor nicht abzusehenden Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg seien sicherlich „schwierige Jahre“ zu erwarten, so Roland Burmann. Um so wichtiger sei es, finanziell einen vorsichtigen und realistischen Kurs beizubehalten.

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