Ein Netzwerk „Frühe Hilfen“ soll nun auch in der Gemeinde Bestwig installiert werden. Der Begriff „Frühe Hilfen“ wurde in den siebziger Jahren von der Frühförderung geprägt und wird in unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitssystems oder der Kinder- und Jugendhilfe verwendet. Im Zusammenhang mit Prävention und Kinderschutz wurde er in den letzten Jahren neu geprägt und viel diskutiert.

Im Netzwerk „Frühe Hilfen“ sollen nunmehr die Hilfsangebote für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft in den ersten Lebensjahren mit einem Schwerpunkt der Altersgruppe der Neugeborenen bis dreijährigen Kinder koordiniert werden. Durch eine familienfreundliche Infrastruktur sowie verlässliche Unterstützung soll Säuglingen und Kleinkindern in ihren Familien von Anfang an ein möglichst gesundes Aufwachsen ermöglich werden.

Konkret geht es zunächst darum, dass sich die verschiedenen Akteure vor Ort und ihre Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche kennenlernen – und auch etwas über die Arbeit des Jugendamtes erfahren. In den Städten Brilon, Olsberg, Meschede, Winterberg und Medebach existieren solche Netzwerke bereits.

Der Bürgerausschuss des Rates der Gemeinde Bestwig hat sich in seiner letzten Sitzung mit dieser Thematik befasst und den Beschluss gefasst, das vorhandene Integrationsnetzwerk zu nutzen und den Bereich „Frühe Hilfen“ dem Arbeitskreis Integration zuzuordnen. Dieser Arbeitskreis wurde in Bestwig vor sieben Jahren gegründet, erläuterte der Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Georg Funke, im Ausschuss. Im Laufe der Zeit habe sich der Schwerpunkt der Ausschussarbeit verändert. Von anfangs allgemeinen Fragen der Integration habe der Arbeitskreis sich nun dem Schwerpunktthema Sprachförderung zugewandt. Man habe festgestellt, dass die Sprache der Schlüssel für die Integration sei.

Im Arbeitskreis sind Vertreter der örtlichen Grundschulen, Kitas, Vereine, anderer Bildungsträger, aber auch aus Politik und karitativen Einrichtungen. Genau diese Akteure sind auch beim Thema „Frühe Hilfen“ wichtig. Somit bietet es sich an, den Arbeitskreis Integration um diesen Themenkomplex zu erweitern.

Sandra Salmen vom Jugendamt des Hochsauerlandkreises begrüßte diesen Vorschlag. Gemeinsam mit dem Bürgeramt der Gemeinde Bestwig will man das Netzwerk „Frühe Hilfen“ nun als Erweiterung des Arbeitskreises organisieren. Die Ratsfraktionen können je zwei Vertreter in den Arbeitskreis entsenden.