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Ein ganzer Ort feiert „950. Geburtstag“: Großes Jubiläums-Wochenende in Berlar

Dienstag, 31. Januar 2012

Ein ganzer Ort feiert „950. Geburtstag“: Schon jetzt weist ein Gedenkstein auf das Gründungsjahr hin. Im Juni folgt dann das große Jubiläumswochenende.

Berlar. Wann genau das idyllische Fleckchen Erde zwischen Basten- und Heimberg besiedelt worden ist, verliert sich - wie bei so vielen Orten im Sauerland - im Dunkel der Geschichte. Klar jedoch ist: Im Jahr 1062 wurde „Berklare“ erstmals urkundlich erwähnt, so der bedeutende westfälische Historiker Johann Suibert Seibertz. „Berlar“ heißt der Ort heute - und er feiert in diesem Jahr seinen 950. Geburtstag.

Im Juni soll es deshalb ein großes Festwochenende im Zeichen der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart und Zukunft geben. Ein Arbeitskreis aus engagierten Einwohnern hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Jubiläum vorzubereiten. Mit einem Gedenkstein machen die Berlarer bereits jetzt auf das „Geburtsjahr“ ihres Ortes im Jahr 1062 aufmerksam. Möglicherweise, so nimmt man an, sei „Berklare“ entstanden, als man im 12. und 13. Jahrhundert die weitläufigen Buchenwälder gerodet habe, um landwirtschaftliche Kulturflächen urbar zu machen. Im Mittelalter standen die Güter in Berlar offenbar in erster Linie im Eigentum der Familie von Plettenberg, die in Meschede residierte. Während des 30-jährigen Krieges von 1618 bis 1648 dann soll der Ort durch schwedische Truppen niedergebrannt worden sein.

Wann die erste Kirche gebaut wurde, ist unbekannt. Im Urkataster von 1830 ist die Kapelle des ehemaligen Rittergutes von Plettenberg auf „Kreutzmanns Wiese“ zwischen dem Gasthof Niggemann und dem Hof Kreutzmann eingezeichnet. Wegen Baufälligkeit wurde das kleine Gotteshaus im Jahr 1883 abgerissen. Bereits ein Jahr zuvor, 1882, hatten die Berlarer den Grundstein für die Kapelle St. Peter und Paul gelegt - und zwar nach den Plänen des Berlarers Josef Kathol, der als königlicher Regierungsbaumeister in Metz und Dortmund tätig war. 1882 wurde zudem die Dorfschule eingerichtet, in der bis zum Jahr 1968 der Berlarer Nachwuchs auf Beruf und Leben vorbereitet wurde.

Ganz im Zeichen dieser Geschichte, aber auch der lebendigen Gegenwart, steht Berlar beim Jubiläumswochenende vom 15. bis 17. Juni. Auftakt ist am Freitag, 15. Juni, ab 19.30 Uhr mit einer großen Party. Dafür wird eigens am Gasthof Niggemann ein großes Festzelt aufgestellt. Für die Musik sorgt DJ Oli. Am Samstag, 16. Juni, geht es dann nachmittags mit einer Heiligen Messe weiter. Es folgen Ansprachen und Grußworte im Festzelt, bevor die Berlarer und ihre Gäste bei Musik und Tanz unter Beweis stellen, wie ein 950. Geburtstag gefeiert wird.

Die Geschichte lassen die Berlarer  am Sonntag, 17. Juni, Revue passieren. Ab 10.30 Uhr verwandelt sich die Dorfstraße in einen großen Bauern- und Handwerkermarkt. Zahlreiche Stände und Attraktionen zeigen das Gestern und das Heute im Sauerland - wobei auch alte Handwerkskünste und natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen werden. Höhepunkt des Tages wird um 15 Uhr der große Umzug von Vereinen aus Berlar und der „Nachbarschaft“ durch den „Jubiläumsort“.

Das Jubiläumswochenende soll ein Fest für alle Berlarer werden - auch für die diejenigen, die jetzt anderswo ihren Wohnsitz haben: „Ein echtes Familientreffen eben“, so der stv. Ortsvorsteher Paul Schüttler. Doch selbstverständlich sind auch alle Bewohner der Nachbarorte sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen: „Gastfreundschaft wird bei uns großgeschrieben - und deshalb wollen wir das Ortsjubiläum mit allen Nachbarn und der gesamten Bürgerschaft feiern.“